Montag, den 22. Juni 2009,
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Paulus-Kantorei Tempelhof – Ein Wochenende in Birkenwerder
Wer es noch nicht weiß, der soll es hier erfahren: unser Kantor Christoph Wilcken bereitet mit der Neutempelhofer Paulus-Kantorei ein theologisch wie musikalisch hochinteressantes neues Stück populärer Kirchenmusik vor: HIOB – ein Rock-Oratorium!
Am letzten Aprilwochenende hatten wir Chorsänger die Gelegenheit, im Beisein des Komponisten Matthias Witting (Rockmusiker, u.a. musikalischer Leiter von Linie 1 am Gripstheater, Komponist und Regisseur) erste Schritte in eine intensive Probenarbeit für eine im November geplante Uraufführung zu erleben. Hiobs zutiefst bewegendes Schicksal , so habe ich es bei unseren Proben in Birkenwerder gespürt, wird wohl niemanden unberührt lassen; egal ob er der Kirche nahe oder fern steht oder eher einem atheistischen Existentialismus zuneigt.
Der rockig besetzte Part des Chors begleitet die dramatischen Geschehnisse um persönliches Leid, Schuld und unerschütterlichen Glauben. Die Chorstimmen folgen Hiob im schmerzlichen Schweigen über seine Ohnmacht mit leisem Gesang. Ein 11-köpfiges Orchester mit einer Rockband, raffinierte Blech- und Holzbläsersounds sowie 5 Solo-Stimmen werden Hiob , seine 3 Freunde, den Satan sowie Gottes Stimme kunstfertig in Szene setzen. Die rockige Musik und der Chorgesang wird möglicherweise auch junge Gemeindemitglieder oder Religionsklassen der Oberstufe in unsere Kirche locken und sie für theologische Inhalte öffnen. In dieser Hoffnung schreibe ich diese Zeilen, denn Singen ist mir ein wichtiges Medium, um mit Gott Verbindung zu halten.
Einige von uns Sängern und Sängerinnen hegen vielleicht Zweifel, ob unser gemeindlicher Laienchor der Größe des Werkes musikalisch gewachsen ist. Darum suchen wir natürlich noch weitere Mitstreiter und werden – insbesondere nach den Sommerferien – mit besonderen Einstiegs-Workshops um sängerische Unterstützung werben. Als gewöhnliche Chor-Sängerin hatte ich nicht nur mit den rhythmischen Aufgaben zu kämpfen. Da waren auch ungewöhnliche Akkordfolgen und nervige Schwebeklänge. Doch nach mehreren Gesprächen mit Matthias Witting, der unseren Proben zurückhaltend, meist über das ganze Gesicht schmunzelnd und immer positiv begeisternd zusah und lauschte, wurde mir klar: Es wird klappen! Er sieht einer Uraufführung seines Hiob-Oratoriums in unserer Rundkirche mit Optimismus entgegen. Und ich inzwischen auch!
Danke für die schönen Tage in Birkenwerder!
Bericht:
Annette Janssen
(gelesen: 391 mal, heute: 4 mal, zuletzt: 6. Februar 12)

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