Dienstag, den 23. September 2008,
vor 3 Jahren, 4 Monaten
Ein Birnbaum, eine Mumie, ein Dom und eine Burg
“….und lassen Sie sich alles noch einmal durch den Kopf gehen”, sagte Hartmut Hochbaum zum Abschied. So schreibe ich gleich meine Eindrücke auf.
11 Stunden waren wir unterwegs, wirklich s o lange? Früh um acht, bei Wolken und noch regennassen Straßen waren wir – ein Bus voll Menschen aus der Paulus-Gemeinde, mit “Anhang” mehr als 50 – ins Havelland gefahren, zuerst nach Ribbeck “zum Birnbaum” (der ein Bäumchen ist) neben der prächtig in historischen Farben renovierten Dorfkirche. Mit einer kurzen Andacht begann der Tag erst richtig. Friedhof und Pfarrgarten lagen noch in der Stille erster Sonnenstrahlen, als wir uns der eher skurrilen Seite des Ausflugs zuwandten, dem mumifiziert im Dunkel einer Kammer munkelnden Ritter Kahlbutz und seiner Legende. Wem’s Spaß machte – dann gemeinsames Essen; fröhlich und lebhaft hörte sich das an. Wieder in den Bus – auch wenn manche eigentlich gern jetzt bei freundlichem Wetter ein wenig märkische Luft geatmet hätten, bereute aber dann sicher niemand den Höhepunkt, die ebenso sachkundige wie eindrucksvolle Führung im Dom zu Havelberg. Mehr als tausend Jahre romanische und gotische Architektur und Geschichte haben das mächtige Gebäude geprägt, hell trotz stolzer 47 m hoher Mauern; seine Fenster erzählten den leseunkundigen Menschen seiner frühen Jahre biblische Geschichten. Wie schön, dass hier viel Zeit zum Schauen und Fragen, auch zum Verweilen war.
Als Geheimtipp war uns noch etwas versprochen worden: die Plattenburg - wer kannte sie? Ebenso alt wie der Dom, sieht man ihr das Alter weder außen noch innen an. Wir durften außer dem stilvoll renovierten Rittersaal (jetzt vor allem für Trauungen genutzt) auch andere Räume sehen, wo noch Spuren von einer profaneren Nutzung zeugen. Auch hier aber gab es eine liebevoll restaurierte Kapelle. Sie hat eine gute Akustik? Das probieren wir doch aus! “Lobe den Herren…” – es stimmt. (Jedenfalls die Akustik.)
Nun drängte bereits die Zeit. Mit Verspätung kehrten wir zurück, dankbar, fröhlich, angefüllt mit Neuem, Freude über einen sonnigen, anstrengenden, erholsamen, lehrreichen, angenehmen, geselligen – einen beglückenden Tag. Dank an Pfarrer Hochbaum und seine Frau für die sorgfältige Planung und ein bereicherndes Erlebnis!
Dorothea Klasse
(gelesen: 413 mal, heute: 4 mal, zuletzt: 6. Februar 12)

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