Vokal Ensemble „Ranot“ präsentierte uns „Wüstenwind“

Besuch aus Israel – das Vokal Ensemble „Ranot“ präsentierte uns „Wüstenwind“

„Ranot“ bedeutet „Jauchzen, Jubel“. Und zum Jubeln war dieses Konzert ohne Einschränkung!

Wäre mein Kollege Hartmut Hochbaum im Internet nicht auf die Frage nach einer Auftrittsmöglichkeit in einer evangelischen Kirche für diesen Chor gestoßen und hätte darauf positiv reagiert, wäre uns viel ent-gangen! Mit der schlichten Zusage: „Ihr seid uns willkommen.“ war es natürlich nicht getan. Da gab es viel mehr vorzubereiten und zu organisieren. Hilfreich war es bestimmt, in Frau Tamir eine Ansprechpartnerin mit Deutsch als Muttersprache zu haben. Unterkünfte für 34 Menschen konnte sie natürlich nicht besorgen.

Am Ende war aber alles vorbereitet und wir standen versorgt mit einer Gastgeberliste als kleines Empfangskomitee am 1. Juli auf dem Flughafen Tegel. Da tauchte das erste Problem auf: Vier Chormitglieder hatten keinen Platz mehr gefunden im Anschlussflug von München nach Berlin. Die Maschine war über-bucht. Erst spät in der Nacht erreichten sie Tempelhof. Ihre Gastgeber warteten geduldig.

Als hier die große Zahl der gemeinsam Angekommenen auf ihre Unterkünfte verteilt worden waren, blieb schließlich eine Dame übrig. Manche boten sofort eine Notunterkunft an, doch erbrachte ein Anruf bei der für sie vorgesehenen Familie, dass diese zwar vergeblich mit einer zweiten Nachricht der Gemeinde gerechnet hatte und nun nicht direkt auf Besuch eingerichtet war, dennoch aber zu ihrem ursprünglichen Angebot stand. Damit schien alles in Ordnung zu sein. Dann aber suchten wir vergeblich die auf der Liste angegebene Hausnummer. Ein weiterer Anruf verschaffte Klarheit: ein Tippfehler auf der Liste. (Was haben wir bloß gemacht bevor es Handys gab?) Die Familie bewies Langmut und Entgegenkommen auch im wörtlichen Sinn. Nach einem Aufbruch in den frühen Morgenstunden in Eilat hatte Rachel dann endlich um 22.30 Uhr ihr zeitweiliges Zuhause in Tempelhof gefunden.

Und dann war da noch Maria. Sie war zwar zusammen mit den anderen in Berlin angekommen, ihr Koffer jedoch war in Tel Aviv geblieben. Sie hatte Glück im Unglück, da ihre Gastgeberin nicht nur großzügig sondern auch so zierlich war wie sie. Während also die Sachen, die sie am Leib getragen hatte, in der Waschmaschine bzw. auf der Leine waren, wurde Maria mit Leihgaben von Christiane ausgestattet.

Nun – was ist schon eine Reise ohne Pannen? Sind es nicht gerade diese, von denen nach der Heimkehr gern erzählt wird? Aber berichtet wird bestimmt auch von der großartigen Tempelhofer Gastfreundschaft.

Ohne Pannen verlief dann Gott sei Dank das wunderbare Konzert am 4. Juli in unserer vollen Kirche. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit vor Ort war es Gideon Efrati und seinen Leuten gelungen, den gesamten Kirchraum höchst wirkungsvoll zu nutzen.

Es wurde uns ein bunter Strauß von Liedern aus allen Himmelsrichtungen und vielen Zeitaltern geboten: vertonte Psalmen, Liebeslieder, ein Schlaflied, Marien- und Sabbatlieder, Gospels und Friedenslieder. Gesungen wurde auf Hebräisch, Deutsch, Jiddisch, Ladino, Arabisch, Latein und Englisch. Und damit wir immer wussten, worum es gerade ging, bekamen wir ein achtseitiges Papier mit allen Texten auf Deutsch und in den Originalsprachen. Sicher verließ niemand nach dem Konzert die Kirche ohne das Gefühl, reich beschenkt worden zu sein. Der Abend klang aus bei Speis und Trank und vielen Gesprächen.

Ein tolles Konzert, deutsch-israelische Begegnung in ungezwungener Atmosphäre. Viele Menschen haben zum guten Gelingen beigetragen mit ihrer Initiative, ihrer Musik, ihrer Offenheit für Neues, ihrem Einsatz nicht nur als solche, die einen Ort zum Schlafen boten, sondern weit darüber hinaus u. a. auch am „Abend der Begegnung“.

Ganz herzlichen Dank sagt Birgit Gerritzmann

Dietrich Müller

(gelesen: 234 mal, heute: 4 mal, zuletzt: 6. Februar 12)

2 Kommentare zu »Vokal Ensemble „Ranot“ präsentierte uns „Wüstenwind“«

  1. Ein herzliches “Hallo” nach Berlin,

    bin gerade zufällig auf Ihren Bericht über das Ranot-Konzert gestoßen. Auch wir hier in Thannhausen (tief im Süden der Republik -) ) hatten das Vergnügen, diesen wunderbaren Chor kennen- und lieben zu lernen. Nicht nur die großartige Musik sondern auch die Natürlichkeit und Herzlichkeit der Chormitglieder hat uns wirklich begeistert. Es sind viele Kontakte entstanden und bestehen nach wie vor. Wenn Sie Lust haben, schauen Sie doch mal auf unsere Homepage. Der Link führt Sie direkt zum Bericht über das Ranot-Konzert.

    Viele Grüße
    Christine Spengler
    Mitglied des Kirchenvorstandes

  2. Achtung!! Wer kann helfen?
    Gesucht werden Fotos vom Ranot-Konzert in der Rundkirche am 4. Juli bzw. vom Aufenthalt des Israelischen Chores in Berlin (01. bis 05.07.2010).

    Wer helfen kann, melde sich bitte bei Angelika Pohl, Tel.: 786 30 31

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