Sonntag, den 13. Dezember 2009,
vor 2 Jahren, 1 Monat
Gerhardt Hoffmann
Gemeindepfarrer, Freund, Schriftsteller, Familienvater, Skifahrer, Rundfunkmensch, Schlesier, Kunstfreund, Weggefährte, Filmemacher, Bruder, Neutempelhofer? Was ist wichtig?
Für die Familie ist es sicher der Familienvater, den es dann zu beschreiben gälte. Für viele Neutempelhofer ist der Gemeindepfarrer wichtig.
Aus meinem persönlichen Erleben setze ich an die erste Stelle: Kollege, Weggefährte, Freund und Bruder. Das sind vier Begriffe, von denen viele sagen, sie ließen sich gerade bei Pfarrern nicht unter einen Hut bringen. Hier schon. Meine Erfahrung ist nur gut, obwohl wir längst nicht immer einer Meinung waren. Aber er war verlässlicher Freund und da, wo es nötig war, schützender Bruder. Ich kann mir Neutempelhof nicht ohne ihn vorstellen.
Für viele andere gehört sicher an die erste Stelle: Gemeindepfarrer. Das war er, mit Leib und Seele und vielen Gaben. Er prägte die Gemeinde als Pfarrer im Dienst von 1962 bis 1988. Sein Haus war – auch wesentlich durch seine Frau Bärbel- Pfarrhaus im klassischen Sinne. Ich weiß, dass die Zeiten dafür vorbei sind, aber es ist doch schön, sich daran zu erinnern. Selbst den legendären „Freitagskreis“ – ein Lieblingskind von Gerhardt Hoffmann – gibt es noch als Treff 2009. Seine Spuren sind nicht auszulöschen.
Als Drittes sei genannt: er war ein aktiver Freund der Künste als Schriftsteller von den „Kreuzberger Geschichten“ bis zu „Mein Herz hat mich verlassen“, als Filmemacher mit dem Protestfilm gegen die Militärdiktatur in Griechenland „…und das Meer ist immer noch blau“ und als Initiator der Kunstausstellungen in der Kirche auf dem Tempelhofer Feld; 1977 die erste mit Bildern von Arthur Degner, dessen „Kreuzabnahme“ immer noch im Gemeindehaus hängt.
Es müssten folgen: ein Brief vom SFB, einer aus Oberstdorf/häufiges Urlaubsdomizil, einer aus Bad Reinerz in Polen(Schlesien)/Geburtsort und viele, viele von vielen Neutempelhofern, die er getauft, konfirmiert, getraut hat, deren Angehörige er beerdigt hat, die er begleitete, denen er Seelsorger und Pfarrer war!
Für alles wähle ich zwei Sätze aus der Bibel, aus der Offenbarung des Johannes, die er gerne las und zitierte:
Selig sind die Toten, die im Herrn sterben. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen
von ihrer Mühsal; ihre Werke folgen ihnen nach. (14,13) Und:
Der auf dem Thron spricht: ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und deine Geduld und weiß, was du je länger je mehr getan hast. (2,18).
Pfarrer i. R. Christian Wossidlo
(gelesen: 392 mal, heute: 2 mal, zuletzt: 6. Februar 12)


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