Glauben und vertrauen auf Gott

Im Gemeindebrief des Pfarrbezirks 2 (ehem. Kirchengemeinde Alt-Tempelhof-Ost) war es üblich, die Monatssprüche zu kommentieren. Auf diese Tradition greife ich immer wieder zurück. Bei dem Spruch für Februar 2008 tue ich das angesichts der großen Umbruchssituation in unserer Gemeinde ausgesprochen gern.

Der Vers 24 aus dem Markusevangelium, Kapitel 11 lautet nämlich:

Jesus Christus spricht: “Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden.”

Ein tröstliches Versprechen. Doch stimmt es auch?

Da ist die kleine Sara, die um Schnee bittet zum Schlittenfahren. Fromm sagt sie diese Bitte in ihrem Nachtgebet. Aber am nächsten Morgen scheint die Sonne und das Thermometer zeigt 5° plus an. Von Schnee keine Spur. Dabei hatte das Mädchen doch so fest daran geglaubt, dass Gott sein Gebet erhört und den Wunsch erfüllt! Es freut sich allerdings Emma Schulze. Die 86jährige Dame musste an dem Tag dringend zum Einkaufen gehen. Das wäre ihr bei Schnee und Eis kaum möglich gewesen. Deshalb hatte sie in ihrem Nachtgebet um Plustemperaturen gebeten.

War die alte Dame frommer als das kleine Mädchen? Oder waren die gefahrlosen Einkäufe einfach wichtiger als die Schlittenfahrt zum Vergnügen? Das waren sie sicherlich, doch ob Gott aus diesem Grund die Bitte von Emma Schulze und nicht die von Sara erfüllte? Diese Frage kann gewiss kein Mensch beantworten. Da gibt es nur einen Weg: den des Glaubens. Und zwar nicht des Glaubens daran, dass der “liebe” Gott schon meine Wünsche alle erfüllen wird, sondern daran, dass Gottes Entscheidungen richtig und sinnvoll sind.

Das griechische Wort, das oft mit “glauben” übersetzt wird, bedeutet auch “vertrauen”. Und so werden wir dazu eingeladen, an Gott zu glauben in dem Sinne, dass wir Gott vertrauen. “Alles, wofür ihr betet und um das ihr bittet – wenn ihr vertraut, dass ihr es erlangt, wird es euch zuteil werden.” Dabei ist sicherlich der andere Satz Jesu mitzudenken: “Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe.”

Im Hinblick auf die eingangs erwähnte Umbruchsituation in unserer Gemeinde bedeutet das für mich: nicht stehen bleiben in der Trauer um die verlorenen Gebäude im Pfarrbezirk 3, nicht stehen bleiben in der Trauer um den Verlust der gewohnten Räume und der Einrichtung des Kirchsaals im Pfarrbezirk 2, sondern darauf zu vertrauen, dass es Gottes Wille ist, dass nun, da das Alte vergangen ist, Neues entstehen kann und wird.

Wenn wir darum vertrauensvoll im Gebet bitten und daran arbeiten, dann wird es gelingen! Nicht nur für die drei Pfarrbezirke, die jetzt zu einem verschmolzen sind, sondern für die ganze Paulus-Gemeinde.

Auch auf Ihre Gebete und Mitarbeit hoffend grüßt Sie Ihre

Pfarrerin Birgit Gerritzmann

Dietrich Müller

(gelesen: 328 mal, heute: 3 mal, zuletzt: 6. Februar 12)

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