Dienstag, den 16. Juni 2009,
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Ferienzeit – Sommerzeit
Auch wenn es noch nicht so richtig warm ist, der Sommer ist da. Die schönste Zeit des Jahres beginnt. Urlaubszeit. Ferienzeit. Reisezeit. Wohin zieht es Sie? Sicherlich haben Sie längst alles geplant und gebucht. Nein? Dann gehören Sie vielleicht auch zu denen, die erst im letzten Moment überlegen: Nach Norden oder nach Süden? Mit dem Auto, dem Fahrrad oder doch dem Zug? Oder bleiben Sie ganz zu Hause? Schließlich kosten Urlaubsreisen eine Menge Geld – nicht für jeden ist das erschwinglich. Ein Glück, dass es auch in und um Berlin Ziele gibt, die einen Ausflug wert sind. Denn letztendlich sollte es es uns nicht darum gehen, einander die schönsten Urlaubsziele unter die Augen zu halten. Urlaub beginnt nicht in der Ferne, sondern in mir. In dem Moment, wo ich die alltägliche Arbeit aus der Hand lege und ohne ein schlechtes Gewissen das mache, was ich vielleicht schon immer mal machen wollte: Ein gutes Buch lesen; ins Kino oder Theater gehen; liebe Menschen besuchen; lange ausschlafen…..Sich Zeit zu nehmen für die Dinge, die einem nicht nur Freude bereiten, sondern auch guttun. Um das zu erleben, muss man nicht gleich nach Feuerland reisen; ein sonniges Plätzchen im Garten kann dafür ebenso herhalten wie der begrünte Balkon. Urlaub – das ist der Ausstieg aus der täglichen Routine…..und das (Wieder) Entdecken der Schönheit des Lebens. Sollten Sie jedoch in diesem Sommer gar nichts unternehmen wollen, weil Sie sich durch einen Schicksalsschlag getroffen fühlen, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie die Sommertage nicht allein erleben müssen, sondern Menschen finden, die Ihnen zur Seite stehen; Menschen, die zuhören, die trösten, die ermutigen.
Ich möchte Ihnen allen, ganz gleich, wohin es Sie im Sommer zieht, etwas mitgeben: Ein Lied! Das Sommerlied: Geh aus mein Herz und suche Freud. Eins der schönsten Lieder Paul Gerhardts (Reisetipp: Lübben/Spreewald – in der dortigen Nicolaikirche liegt Paul Gerhardt begraben!), in denen er die wunderbare Schöpfung in 15 Strophen beschreibt. Im Gesangbuch steht das Lied unter der Nummer 503; Paul Gerhardt dichtet und ‚verdichtet’ jedoch nicht nur die Schöpfung allein, sondern stellt alles, was um uns ist, in eine Beziehung zu Gott. Ja, noch mehr: Auch wir Menschen sind ein Teil der Schöpfung und leben letztendlich alle auf ein Ende hin, an dem aber Gott steht. Das Heute und das Morgen; die Natur und wir Menschen; das Irdische und das Himmlische: Alles ruht in Gott. Und genau das ist es auch, was uns alle durch den Sommer tragen kann: Die Gewissheit, dass die Nähe und die Ferne, die Reiselust hier und das Bleiben dort, Freude und Traurigkeit gut in Gottes Hand ruhen. Was auch immer die kommenden Wochen bringen werden – Gott wird da und um uns sein. Er möge uns alle behüten und gut durch die Sommerwochen geleiten.
Und halten wir’s mit Paul Gerhardt, der in der 13. Strophe seines Sommerliedes schreibt:
Hilf mir und segne meinen Geist / mit Segen, der vom Himmel fließt, / dass ich dir stetig blühe; / gib, dass der Sommer deiner Gnad / in meiner Seele früh und spat / viel Glaubensfrüchte ziehe, / viel Glaubensfrüchte ziehe.
Hartmut Hochbaum
(gelesen: 375 mal, heute: 5 mal, zuletzt: 6. Februar 12)

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