Du machst fröhlich

Monatsspruch für Oktober:

Du machst fröhlich,
was da lebt im Osten
wie im Westen.

Psalm 65, Vers 9
Als ich diesen Vers las, musste ich schmunzeln. Könnte man nicht meinen, er sei gezielt für den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit ausgesucht worden? Deutsche gelten als fleißig und ordentlich, aber als fröhlich? Mir würde es gefallen, wenn wir auch als fröhlich gelten würden. Deutschland – ein ganzes Land voller fröhlicher Frauen, Männer und Kinder.

Nun geht der Verfasser des Psalms allerdings nicht davon aus, dass die Menschen einfach so aus sich heraus fröhlich sind. Er schreibt ja: „Du machst fröhlich”. Mit seinem „Du” spricht er natürlich Gott an. Gott ist es, der alle fröhlich macht. Und zwar mit ganz handfesten guten Gaben. Der Psalm 65 ist ein begeistertes Erntedanklied. „Du schaust auf das Land und schenkst ihm Überfluss, du machst es gar reich.” So lautet Vers 10.

Wir leben in einem reichen Land. Wir leben im Überfluss. Jedenfalls viele von uns. Danken wir Gott dafür oder klopfen wir uns nur selbst auf die Schulter? Oder halten wir das gar für selbstverständlich?

Ja, sicher, in unseren Erntedankgottesdiensten denken wir schon an den großen Geber hinter all den Gaben. Seit der Vertreibung aus dem Garten Eden ist keine Ernte ohne menschliche Arbeit möglich. Aber ohne Gottes Segen ist alle Mühe vergeblich.

„Du machst fröhlich, was da lebt im Osten wie im Westen.” Gott gibt uns Grund zur Fröhlichkeit. Im Osten und im Westen. Und wenn schon nicht im ganzen Land davon etwas zu spüren ist, dann doch vielleicht wenigstens in unserer Gemeinde. In allen Pfarrbezirken – in dem westlich vom Tempelhofer Damm und in denen östlich davon. Eine Gemeinde, in der nicht nach dem geschielt wird, was fehlt, was nicht klappt, was viel besser sein könnte, sondern in der die Menschen sich fröhlich machen lassen durch den vorhandenen Reichtum und Gott dafür dankbar sind.

Eine fröhliche Gemeinde. Diese Vorstellung gefällt mir, sie stimmt mich fröhlich. Sie auch? Lassen wir uns also fröhlich machen!
Es grüßt Sie Ihre
Pfarrerin Birgit Gerritzmann

Dietrich Müller

(gelesen: 518 mal, heute: 2 mal, zuletzt: 3. Februar 12)

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