Langsam geht das Jahr zu Ende

Die Adventszeit hat begonnen und Weihnachten rückt in greifbare Nähe. Für manch einen ist das Jahr viel zu schnell vergangen; andere werden eher froh sein, die zurückliegenden Monate wirklich hinter sich zu lassen. Wie auch immer: Recht unterschiedlich werden unsere Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen sein. Ein Jahr ist eben nicht nur eine Aneinanderreihung von vielen Tagen, sondern wie eine immer wiederkehrende Begegnung mit Gewohntem und Ungewohntem, mit Freude und Trauer, mit Lachen und Weinen … Und so manches können wir wirklich zurücklassen. Oder besser: Gott zurückgeben. Denn von ihm haben wir auch dieses Jahr ‘erhalten’. Er hat uns Menschen an die Seite gestellt, die unser Leben bereicherten; er hat uns wunderbare Momente geschenkt, die unvergessen bleiben. Wir haben manches gewonnen und manches verloren; wir sind vorwärts gekommen und mitunter doch stehen geblieben. Ein Jahr Gott zurückzugeben heißt: Nicht festhalten zu müssen, sondern wirklich loszulassen; heißt vielleicht auch dankbar zu sein, für das Erlebte. Nun kann etwas Neues beginnen. Ein neues Jahr wird ja oft mit vielen Wünschen begonnen. Die Älteren unter uns sind da meist recht bescheiden: Gesundheit steht an oberster Stelle. Andere haben konkrete Vorhaben, die sie umsetzen möchten; Träume, die sie endlich verwirklichen wollen; Ziele, die bald erreicht werden sollen.

Ein neues Jahr ist unendlich reich an Möglichkeiten und Chancen. Ob es letztendlich all‘ unseren Vorstellungen wirklich gerecht wird, werden wir mit der Zeit sehen. Glücklicherweise können wir Menschen nicht alles genauestens voraussagen. Ein neues Jahr bleibt deshalb immer auch ein Jahr mit Überraschungen. Was uns jedoch nicht überraschen sollte, das ist die Zusage unseres Gottes, mit uns durch ein weiteres Jahr zu gehen. Er wird an unserer Seite sein – komme, was da wolle. Gott wird uns nicht aus den Augen lassen, auch wenn wir vielleicht glauben, vollkommen auf uns selbst gestellt zu sein. Er wird mit uns die wunderbaren Augenblicke des Alltags genießen, aber auch die Täler durchschreiten, die uns angst und bange machen. Deshalb wünsche ich uns gute Erfahrungen mit Gott, dem Gott des Lebens. Dazu möge uns auch die Jahreslosung helfen, die für das Jahr 2008 dem Johannesevangelium entnommen ist: Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Das heißt: Leben mit allen Sinnen. Leben mit viel Hoffnung und viel Zuversicht.

Leben, auch wenn das Leben nicht immer nur Bilder mit hellen Farben zeichnet. Unsere Jahreslosung ist ein absolut ermutigendes Wort. Eins von denen der Bibel, die man nicht erst ‘auseinandernehmen’ muss, um sie zu verstehen. Es ist klar und eindeutig. Wo Gott ist, da dürfen wir leben. Da brauchen wir auch keine Angst vor dem Leben zu haben. Und deshalb sollten wir auch ein Stück gelassen dem neuen Jahr entgegengehen. Es wird gut werden — ich bin (mit Gottes Hilfe) davon überzeugt. Vielleicht sollten wir auch deshalb mit ganzem Herzen Advent und Weihnachten feiern. Beides trägt uns durch den Monat Dezember. Doch wenn eines Tages alles abgeschmückt und der weihnachtliche Schmuck verstaut ist, dann ist nicht etwa alles zuende! Nein, dann wird uns Gott ‚an die Hand nehmen‘ und ‚sagen‘:

Kommt, wir gehen in ein neues Jahr!

Ein gesegnetes Fest und ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen Ihr

Pfarrer Hartmut Hochbaum

(gelesen: 254 mal, heute: 2 mal, zuletzt: 3. September 10)

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