Paulus von Tarsus

Veröffentlicht von Christian Müller am Di., 19. Sep. 2017 19:00 Uhr
Kirchenmusik

Matthias Witting verbindet in seiner rockigen Kirchenmusik christliches Engagement mit zeitgemäßer Klangsprache. Nach dem Rock-Oratorium "Hiob" 2009 ist mit "Paulus von Tarsus" erneut ein Crossover-Oratorium geplant, diesmal für Soli, gemischten Chor, Streicher, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Saxophon, E-Gitarre, Keyboards, E-Drums und Percussion.

Die vom Autor schon öfter angewandte und auch hier wieder konzipierte Licht-Regie wird in diesem Konzert eine fokussierende Rolle spielen: Die Augen hören mit! Die Geschichte ist ein ebenso verstörender wie erhellender und höchst aktueller Plot, der aus dem religiösen Fanatismus des ursprünglich jüdischen Pharisäer Paulus entsteht. Die kulturelle Grundlage unseres heutigen Gemeinwesens geht auf einen Eiferer zurück, der vor der Tötung Andersgläubiger nicht zurückschreckt. Das erinnert an die weltpolitische Wirklichkeit seit dem 11. September in New York und fordert eine moderne Tonsprache.

Das neue Werk beschreibt die widersprüchliche Wandlung des Apostels vom radikalen Verfolger einer falschen Lehre zum Verkünder einer Liebes- und Freiheitsbotschaft, die zu den Anfangen des Christentums gehört. Die Theologie der "Beschneidung des Geistes" ist bis heute revolutionär. Sie findet sich in Missionsbriefen, die der historische Paulus an "seine" Gemeinden im heutigen Kleinasien (Türkei) geschrieben hat. Zusammen mit den Berichten der sogenannten "Apostelgeschichte des Lukas" findet sich der Oratorientext original in der Bibel.

Ebenso, wie aus der Tradition des Alten damals das Neue Testament entstand, übersetzt der Berliner Komponist die Synthese von altem und neuem Glauben durch die Besetzung mit herkömmlichen Instrumenten und modemen Sounderzeugern. Er verwendet narrative Songforrnen der Popstilistik, musiziert aber mit drei klassischen Solostimmen (Sopran, Tenor, Bass). Wie im antiken Theater unterstützt der 4- bis 6-stimmige Chor diese mit "zuhörenden" Klängen und wiederholt refrainartig und prägnant Kernaussagen.

(entnommen dem Berliner Chorspiegel - Ausgabe September 2017)

Konzerte:
13.10.2017 um 20:00 h - Kirche auf dem Tempelhofer Feld, Wolffring 72
14.10.2017 um 20:00 h - Kirche auf dem Tempelhofer Feld, Wolffring 72
15.10.2017 um 19:00 h - Kirche auf dem Tempelhofer Feld, Wolffring 72

Eintrittskarten:
Im Vorverkauf: 15 € (ermäßigt 12 €)
An der Abendkasse: 18 € (ermäßigt 15 €)

Kartenvorverkauf:

oder christian.mueller@paulus-tempelhof.de

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