16/06/2026 0 Kommentare
Kronenchor Friedrichstadt "Himmelwärts - Chormusik von Geistig bis Gefiedert"
Kronenchor Friedrichstadt "Himmelwärts - Chormusik von Geistig bis Gefiedert"

Was verleiht uns Leichtigkeit? Wo finden wir Halt?
HIMMELWÄRTS folgt diesen Fragen im Bogen durch die Klang- und Musikgeschichte, lotet das Spannungsfeld zwischen Aufsteigen und Suche nach Verortung aus.
Der Vogel wird dabei zum Leitmotiv: als Symbol zwischen Flug und Nest. Virtuos lässt Clément Janequin (*1485) die Vögel vom Frühling sprechen. In barocker Klangarchitektur legt Johann Hermann Schein (*1586) denselben Psalmtext aus wie Caroline Shaw (*1982) in schwebenden Texturen: Wie lieblich sind Deine Wohnungen. In Lucy Walkers (*1998) Bird Raptures wird der Vogelgesang zur Klangfigur zwischen Sehnsucht und Klage.
In J.S. Bachs Motette Der Geist hilft unser Schwachheit auf bestimmt das aufwärts gerichtete Anfangsmotiv den Charakter von Leichtigkeit und tänzerischer Bewegung. Hier unterstützt das Akkordeon als Continuo das musikalische Atmen.
In den jüngsten Werken lösen sich feste Gefüge zunehmend auf: Klangflächen werden durchlässiger, das Metrum verliert an Gewicht. Und am Schluss haben noch einmal die Vögel das Wort und beantworten in radikaler Einfachheit die Frage des Kindes: „Do you ask what the bird says? -I love and I love!“
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