Orgelkonzert zu vier Händen und vier Füßen

Orgelkonzert zu vier Händen und vier Füßen

Orgelkonzert zu vier Händen und vier Füßen

# Orgel-Förderverein

Orgelkonzert zu vier Händen und vier Füßen

Das ProgrammWer dieses erste Winterkonzert im Jahr 2026 verpasst hat, der hat wirklich etwas versäumt. Verpasst haben es unter anderen unser langjähriger Mundschenk Norbert Suhr und, oh Schreck, seine Frau Dagmar „Columna“, die sonst regelmäßig und detailliert von den Konzerten im Gemeindebrief berichtet. Der Ruf nach einem Bericht traf nun mich.

Zum Glück hatte die Technik mit einem viergeteilten Screen dafür gesorgt, dass 1. die Hände, 2. die Füße und 3. die Gesamtansicht der Künstler beobachtet werden konnte.

Zur Ouvertüre der diebischen Elster von Rossini sieht das Publikum also 20 Finger einem Mäuseschwarm ähnlich über die Tasten flitzen und hört spritzige, eingängige Rhythmen sich entfalten. Der erste Applaus brandet auf. Es folgt ein Satz aus dem dritten Brandenburgischen Konzert von Bach. Die drei Manuale werden durch die Hände voll ausgenutzt: nebeneinander, voreinander, übereinander, so dass die untere von ihrem Spieler wohl eher nicht gesehen werden kann. Dann ein Arm, der Noten umblättert, eine Hand, die neue Register zieht, das volle Programm, und dazu Musik, die sich anhört, als sei es das einfachste der Welt, Melodien und Nebenstimmen hörbar zu machen. Einfach großartig.

Es folgt ein musikalisch-artistisches Meisterstück: ein Straußwalzer für vier Füße. Hatten die Hände noch drei Manuale zur Verfügung, gilt es nun, sich nur ein Pedalwerk und dazu eine knapp bemessene Orgelbank zu teilen. Auf dem den Füßen vorbehaltenen Screen sieht man rote Socken und schwarze Schuhe hin und her hüpfen, um den Walzer mit einschmeichelnden Melodien zum Leben zu erwecken. Körperlich ist das eine Meisterleistung, denn die Orgelbank ist schmal und die Spielenden sind absturzgefährdet. Diesmal ist der Beifall euphorisch.

Nach der ersten Pause erfreut uns das Duo mit Tschaikowskis Nussknacke-Suite, und wir erleben, welch unterschiedliche Stimmungen aus einer Orgel herausgezaubert werden können. Wieder gibt es donnernden Applaus.

Der dritte Teil wird von Christoph Wilcken als für die Orgel ungeeignet eingeführt. Wir werden eines Besseren belehrt. Piazzola, der Tangokomponist, begegnet uns sanft und stimmungsvoll, Mozart in der Ouvertüre zu Figaros Hochzeit zum Abschluss wieder vielseitig in den unterschiedlichen Facetten der Musik. Nicht endender Applaus erbittet eine Zugabe, die ich zwar mitsingen kann, deren Titel und Komponist ich dennoch nicht weiß.

Ein unvergesslicher Abend endet und ein begeistertes Publikum geht beschwingt nach Hause.

Barbara Hannemann.

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